Samstag, 21. Februar 2009

Hey Leute,Jaja, jetzt haben wir es endlich mal wieder geschafft…also macht euch auf etwas gefasst, denn dieser Bericht wird lang und voller Gegensaetze. Nachdem ganzen Grossstadttrubel ging es fuer uns am Donnerstag, den 22.01 per Flugzeug nach Alice Springs in die unendlichen Weiten des Outbacks. Als wir den Horrorflug unseres Lebens hinter uns gebracht hatten, kamen wir bei 40 Grad (ueberraschenderweise doch heil) am ‘Flughafen’ an... Am naechsten Tag wurden wir um 6 Uhr in der Frueh zu DEM Abenteuer UEBERHAUPT abgeholt! Ersteinmal ging es mit 21 Personen aus aller Welt zum 'Kings Canyon', wo wir in der prallen Mittagssonne bei 45 Grad im Schatten, die erste Huerde, den sogenannten ‘Heart Attack’-Aufstieg meisterten. Leute, lasst euch sagen … der Aufstieg hat seinen Namen zu 100% verdient! Danach hiess es auf und ab in der roten Hoelle. 6km und 4 Stunden (gefuehlte 8 Stunden!!) spaeter sassen wir endlich wieder im klimatisierten Bus an. Zu diesem ersten Zwischenstop kann man hinzufuegen, dass so einige doch an ihre koerpersichen Grenzen gestossen sind. Die anfaengliche Gruppe zog sich in die Laenge und es wurde mehr zu einem Einzelkampf. Keine Gespraeche, kein Scherze mehr - jeder wollte es einfach nur noch hinter sich bringen! Ein Wasserloch mit Namen ‘Garden Eden’ wurde zur besten Abkuehlung unseres Lebens! Unser Nachtlager wurde in den Weiten einer Rinderfarm aufgeschlagen. Bevor Lagerfeuer entfacht und Schlafsaecke rausgekramt wurden konnte, musste ersteinmal fleissig Kuh-und Kamelkacke geschaufelt werden. :)
Wie im 18.Jahrhundert wurden die Frauen zum Gemuese schnibbeln verbannt und die Maenner kuemmerten sich um Feuer und Fleisch! *g* Um das Lagerfeuer versammelt sahen wir uns bei selbstgebackenem Brot den Sonnenuntergang an bis es Zeit war in die Schlafsaecke zu krabbeln. Die naechtliche Abkuehlung blieb aus und wir entschieden uns lieber ab und zu mal von Grashuepfern besprungen zu werden, als mit dem Innenleben des Sackes zu verschmelzen. Hier kommen wir auch zum ersten kleinen Problem: Grashueper und Insekten im Allgemeinen! Ihr koennt euch nicht vorstellen wie beliebt man bei Fliegen im Ouback sein kann. Nur ungefaeht 5 Leute waren intelligent genug sich ein Kopffliegennetz zu kaufen. Natuerlich hatten wir auf diese Investition verzichtet … ein grosser Fehler wie sich herrausstellte! Und so wurde eine Konstruktion nach der Naechsten ausprobiert, um sich die Mistdinger vom Hals zu halten. Es ist unmoeglich zu beschreiben, wie viele es WIRKLICH waren! Nach einer sehr unruhigen Nacht brachen wir uns am naechsten Tag um 5 Uhr zu unserem naechsten Ziel auf. Hier ist noch zu erwaehnen, das unruhige bzw. schlaflose Naechte mit einem gigantischen Blick auf abermillionen Sterne/Milkyway wet gemacht wurden. Nach kurzer Busfahrt hiess es wieder klettern - in den sogenannten ‘Kata Tjutas’ (oder auch ‘Olgas‘), auf deutsch: viele Koepfe. Eins der Heiligtuemer der Aboriginies - fuer die wir, wie unser Tourguide Joel berichtete, nach unserem Wissensstand zufolge, in der Rangordnung noch Kinder sind. Nach weiterem klettern in der gluehenden Hitze ging es gegen Abend zu der Hauptattraktion UBERHAUPT - dem Uluru oder auch Ayers Rock. Da wir uns den 10 km Basewalk fuer den 3. Tag aufgehoben hatten, zeigte uns Joel nur einige Hoehlen und Malereien und gab Geschichten und Sagen der Ureinwohner an uns weiter. Zwischendurch ging es nach einer Abkuehlung im Resortpool zum Kulturzentrum, um danach den Farbwechsel des Steines durch den spektakulaeren Sonnenuntergang zu betrachten. Wie zu erwarten, stand der Fotoapparat nicht still. Der Stein, wir zusammen mit dem Stein, der Stein, Caro alleine mit dem Stein, der Stein, Lena alleine mit dem Stein und und und …gefuehlte 10000 ueberfluessige Bilder spaeter ging es zum Campigplatz, wo wir mal wieder mitten im Nirgendwo unsere Sacke ausrollten. Hier wurde dann auch endlich mal wieder geduscht - auch wenn es mehr ein kollektives Duschen mit Tausenden von Grashuepfern, Gottesanbetern und anderm undefinierbarem Krabbelzeugs wurde. Nach einer weiteren schlaflosen/sternenklaren Nacht ging es um 4:30 Uhr zurueck zum Uluru. Unser Tourguide brachte uns an eine Stelle, fernab vom Tourismus, um den Sonnenaufgang zu geniessen. Es hiess mal wieder Kamera raus und : der Stein, wir zusammen mit dem Stein, der Stein ... *g*Danach ging es zur letzten 'Huerde' - der Basewalk. Ganz klar, dass nach den letzten Tagen der 10km Spaziergang kein Problem war. Eine leichte Briese hielt uns mehr oder weniger die Fligen vom Hals und zu dieser Tageszeit war das Wandern doch eigentlich ganz angenehm. Nach 3 Tagen Powerprogram ging es dann endlich wieder in Richtung Zivilisation. Auf dem Rueckweg machten wir noch einen kurzen Stop auf einer Kamelfarm, bestaunten einen riesiegen Salzsee und gruben zwischen den Baumwurzeln nach proteinreichen, weissen Delikatessen. Wir haben uns bei der Probierrunde der Maden dankend zurueckgehalten... Alles in allem hat die 'Rock Tour' auf jeden Fall gerockt *g*. Es war einen gute Erfahrung, welche defenitiv spass gemacht hat, aber wir wuerden es nieeee wieder machen! :) Die Tour fand einen super Abschluss bei einem Abendessen im Biergarten bei Lichterketten und life Didgeredooklaengen. Am 26.01 hiess es dann 'goodbye' zu Hitze & Co und 'hello' zum tropische Feuchtgebiet...
Cairns hat uns jetzt nicht so mitgerissen, da wir eher mit der Jobsuche beschaeftigt waren und uns bei der Feuchtigkeit kaum zu etwas Anderem motivieren konnten. Uns beeindruckte jedoch ziemlich, dass wir nach kahlem Outback nun ploetzlich von gruenem Regenwald umgeben waren. Nach 3 Tagen begann fuer uns ein neues Kapitel : Bananenfarm!
Ja Leute, wir arbeiten auf einer Bananenfarm. :) 2 Norddeutsche am nassesten Ort Australiens - in Tully! Dieses Kaff besteht aus einer Hauptstrasse, einem Supermarkt und ein paar kleinen Tante Emma Laeden. Nun folgte fuer uns der komplette Kontrast. Innerhalb von einer Woche erlebten wir die Ausmasse von Zyclone, Monsunregen und Ueberschwemmung. Wir standen auf einer normalen Strasse mitten in Tully bis zu den Schultern im Wasser. Falls ihr es nicht glaubt, Beweissfotos folgen! Im Nachhinein stellte sich diese Aktion als ziemlich leichtsinnig herraus! Durch das Uebertreten der Flusse hatten die gefaehrlichen Salzwasserkrokodile leichtes Spiel und toeteten 3 Menschen. Wir hatten trotzdem unseren Spass! :) Nun mal zu unserem neuen Job: Fuer uns heisst es seit 3 Wochen taeglich 8 Stunden Fliessbandarbeit. Gluecklicherweise, muessen wir nicht draussen neben Schlangen, Spinnen, Ratten und Co. arbeiten, sondern lediglich 14 Kilo Bananen in Karton packen. Taeglich werden so ca. 250 Karton gefuellt. Insgesamt jeder schon ueber 3000 (Endergebnis folgt). Obwohl ... wo wir gerade bei Schlangen, Ratten und Spinnen sind ... die schauen auch regelmaessig in der offenen Fabrikhalle vorbei. Wir hatten z.B. letzten Freitag eine nicht ganz kleine Python in einer Bananenstaude, welche dann auch glatt eingefangen und gestreichelt wurde bevor sie wieder frei gelassen wurde. Ein weiter Gast war eine 'Brown Snake' - die giftigste Schlange Australiens. Mit der wurde kein Streichelzoo gespielt ... Ratten und Spinnen sind auch schon mal dabei, aber die richtig, also die richtig dicken, schwarzen, haarigen 8 Beiner blieben uns bis jetzt erspart. Die meiste Zeit haben wir eigentlich gut zu tun, wenn jedoch mal eine Duerreperiode folgt vertreiben wir uns die Zeit mit Bananeschnitzereien. Unser groesster Erfolg - ein Bananenhandy von Nokia! *g* Wir werden es noch dieses Jahr auf den deutschen Markt einfuehren. Unsere anfaenglichen Ueberlegungen 4 oder 5 Wochen zu bleiben, verliefen nun doch auf das Erstere. Auch wenn die Arbeit relativ anstrengend ist, ist es aushaltbar. Jedoch sehnen wir uns nach mehr Zivilisation, besserem Wetter und auch der Schmutz im Hostel traegt dazu bei dem Bananen Abenteuer ein Ende zu bereiten. Es hoert sich im ersten Moment vll alles ein bisschen negativ an, doch muss gesagt werden, dass wir hier einige echt nette Leute kennengelernt haben und diese Erfahrung auch nirgendwo anderes als hier haetten machen koennen. Nun stehen uns noch 5 Tage Bananenpacken bevor und dann geht es weiter die Ostkueste runter. Weitere Reiseberichte folgen.Macht es gut und bis bald,eure Lena und Caro

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